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Interview

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«Das ist mein Weg»

Jan Dobler hat im Sommer 2025 als bester Strassenbauer
seines Jahrgangs abgeschlossen. Heute ist er Junior-Vorarbeiter bei Albin Borer mit eigener Equipe. Ein Gespräch
über Aufstiegschancen, Teamgeist, Lohn und warum ein
Lächeln manchmal die beste Antwort ist.

«kmu news»: Herr Dobler, was bedeutet Ihnen der beste Abschluss?

Jan Dobler: Pure Erleichterung und Stolz. Ich hatte hohe Ziele und wollte unbedingt in die Ränge. Die praktische Note war sogar besser als erwartet.

Ursprünglich haben Sie Gärtner gelernt. Warum der Wechsel zum Strassenbau?

Ich bin der Typ fürs Grobe. Ich mag grosse Baustellen mit vielen Maschinen und das Arbeiten im Team. Ein Kollege erzählte mir vom Strassenbau und nach der Schnupperlehre war klar: Das ist mein Weg. Auf dem Bau wird man gefördert, es gibt gute Weiterbildungsmöglichkeiten, und der Lohn ist besser als in vielen anderen Handwerksberufen.

Sie haben die Förderung erwähnt. Wie stehen Ihre Aufstiegschancen?

Sehr gut. Kurz nach Lehrabschluss wurde ich Junior-Vorarbeiter, mit zwei Mitarbeitenden. Bald starte ich die Vorarbeiterschule. Danach steht mir vieles offen. Draussen zu arbeiten, mag ich sehr – viel Büroarbeit und Sitzungen reizen mich im Moment weniger. Später absolviere ich vielleicht die Polierschule. Ich kann mir aber auch gut vorstellen,
noch lange Vorarbeiter zu sein – es braucht die erfahrenen Macher auf der Baustelle, die ihr Wissen weitergeben.

Werden Sie gefördert, weil Sie als Bester abgeschlossen haben oder wegen des Fachkräftemangels?

Beides spielt eine Rolle. Auf dem Bau ist der Fachkräftemangel real. Firmen sorgen dafür, dass man weiterkommt, und unterstützen bei Weiterbildungen, auch finanziell. Im Strassenbau lernt man ständig dazu – die Technik entwickelt sich rasant.

Beschreiben Sie einen typischen Arbeitstag.

Ich bin um Viertel nach sechs auf der Baustelle und nutze die erste halbe Stunde für den Rapport und die Vorbereitung. Um Viertel vor sieben verteile ich die Aufgaben an mein Team und erkläre kurz, was wir tun. Danach arbeite ich mit, messe und kontrolliere wichtige Details, bestelle Material und plane, damit wir am nächsten Tag nahtlos weiterarbeiten können. Die Verantwortung für die Arbeiten liegt bei mir. Feierabend ist um Viertel vor fünf. Auf sogenannten Intensivbaustellen dauert der Tag schon mal länger, und manchmal arbeiten wir auch am Samstag. Diese Überzeit leiste ich gerne, sie wird bezahlt. Dafür ist es in den Wintermonaten etwas ruhiger.

Was war am Anfang das Schwierigste als Junior-Vorarbeiter?

Die Organisation und die richtige Reihenfolge der Abläufe. Was kommt morgen, was übermorgen? Wie viel Kies und Beton brauche ich? Wie viele Lastwagen sind das? Wohin geht der Aushub? Ich habe angefangen, alles konsequent zu notieren. Zum Glück gibt es erfahrene Poliere auf der Baustelle, die helfen und mich coachen. Das ist Gold wert.

Es gibt aktuell viele Baustellen – in der Stadt und auf dem Land. Diese führen
oft zu Unmut in der Bevölkerung. Wie gehen Sie damit um?

Ich bleibe ruhig und lächle freundlich auch dann, wenn gehupt oder geschimpft wird. Es gibt aber auch viele interessierte Passantinnen und Passanten. Gerne erkläre ich, dass wir die Infrastruktur erneuern, damit Wasser, Strom und Kanalisation zuverlässig funktionieren.

Haben Sie einen Tipp für Jugendliche, die eine Lehre auf dem Bau in Erwägung ziehen?

Unbedingt Schnupperlehren machen, um herauszufinden, was einem gefällt. Und dann für die Lehre viel Motivation mitbringen und dranbleiben. Die Lehre macht man für sich, und ein guter Abschluss macht wirklich stolz.

Wir sind Zukunft.
Wir sind Handwerk.

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